Anzeige – Dieser Artikel ist mit freundlicher Unterstützung und den umweltfreundlichen und schadstoffarmen Öl-Farben [eco] der Remmers GmbH entstanden.
Eier aus dem eigenen Garten, Kinder, die zum ersten Mal verstehen, wo das Frühstücksei herkommt – und ein Stall, den du selbst gebaut hast. Genau dafür haben wir uns entschieden. Wenn du gerade davorstehst, weißt du wahrscheinlich auch: Ein Fertigstall kostet schnell 600 bis 900 Euro und weicht nach zwei Wintern durch. Und nachts willst du nicht wachliegen, weil du dir Sorgen machst, dass der Fuchs reinkommt.
Genau diese zwei Punkte – keine teuren Fehlkäufe und ein fuchs- und mardersicherer Stall – standen bei unserem Bau im Mittelpunkt. In diesem Artikel zeige ich dir zuerst die Anleitung im Überblick (Material, Maße, Kosten, Schritte) und danach unser komplettes Bautagebuch mit allen Fotos, damit du jeden Schritt nachvollziehen kannst.
Du willst einen stabilen Hühnerstall bauen – ohne teure Fehler?
Mit einer guten Schritt-für-Schritt-Anleitung baust du deinen Hühnerstall auch ohne große handwerkliche Vorkenntnisse – und sparst dir das Geld für einen Fertigstall.
Du bekommst fertige Baupläne, Materiallisten und Maße, mit denen dein Stall sicher, wetterfest und tiergerecht wird – statt dich mit teuren Fehlkäufen zu ärgern.
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–> Hier findest du eine Videoanleitung für den Bau eines Hühnerstalls* (von der Einführung bis zum Dach + Bonus „Wissenswertes zum Thema Hühner“) <–
Hühnerstall selber bauen – die Anleitung im Überblick
Bevor es ins Detail geht, hier die Kurzfassung: Das brauchst du, so groß sollte der Stall werden, das kostet es ungefähr – und das sind die Bauschritte. Darunter folgt unser ausführliches Bautagebuch.
Material- und Werkzeugliste
- Ständerwerk: Kanthölzer 48 × 48 mm
- Außenwände: 19 mm Rauspund (sichtbar & wetterausgesetzt)
- Dach, Boden, Rückwand, Eierklappe: OSB-Platten 19–22 mm
- Stalltür: 20 mm MDF-Platte
- Fundament: Fundamentschuhe + Betonestrich
- Dacheindeckung: wasserdichte, atmungsaktive Unterspannbahn + Teerpappe/Rechteckschindeln
- Fenster: Kippfenster 80 × 50 cm + Volierendraht mit 1 cm Maschenweite
- Beschläge: stabile Scharniere, Edelstahlschrauben, Unterlegscheiben
- Farbe: wetterfeste, schadstoffarme Öl-Farbe (außen Schwedenrot, innen Cremeweiß)
- Technik & Ausstattung: automatische Hühnerklappe, Sitzstange, Legenester, Einstreu, Kieselgur
- Werkzeug: Akkuschrauber, Stichsäge, Wasserwaage, Bohrmaschine, Pinsel
Maße, Platzbedarf und Kosten
Stall und Auslauf sind bei uns zusammen knapp 16 m² groß, der Stall steht auf einem Gestell mit geschützter Auslauffläche darunter. Als grobe Faustregel beim Platz gilt: Bei kleinen, friedlichen Rassen rechnest du im Stall bis zu sechs Hühner pro Quadratmeter, beim Auslauf solltest du mindestens 2 m² pro Huhn einplanen – mehr ist immer besser.
Beim Geld gilt: Der Eigenbau ist deutlich günstiger als ein Fertigstall für 600–900 €. Die ausführliche Bauanleitung haben wir online für rund 20 € gekauft, der größte Posten ist danach das Holz, dazu kommen Fenster, Beschläge, Farbe und die automatische Hühnerklappe. Wie viel es am Ende genau wird, hängt stark von Größe und Materialwahl ab – plane lieber etwas Puffer ein, als an der falschen Stelle zu sparen.
In 8 Schritten zum eigenen Hühnerstall
- Standort wählen und Platz schaffen
- Untergestell bauen und mit Fundamentschuhen einbetonieren
- Wände aus Rauspund (Rückwand aus OSB) bauen und streichen
- Dach mit OSB-Platten, Unterspannbahn und Schindeln eindecken
- Kippfenster einsetzen und von innen mit Marderdraht sichern
- Seitliche Eierklappe und Legenester bauen
- Automatische Hühnerklappe montieren und kalibrieren
- Innenausbau: Sitzstange, Kotbrett, Einstreu und Kieselgur
Parallel entsteht das Außengehege mit Drahtzaun und Greifvogelnetz. Im Folgenden zeige ich dir jeden dieser Schritte aus unserem eigenen Bau – mit allen Fotos und den Stellen, an denen wir vom Bauplan abgewichen sind.
Warum überhaupt Hühner im eigenen Garten?
Wer sich Hühner anschaffen will, benötigt Platz und ein bisschen Wissen. Aber auch das persönliche „Warum?“ steht am Anfang.
Die meisten halten Hühner, weil sie als Selbstversorger die Eier essen möchten. Dazu brauchst du eine gewisse Anzahl an Hennen. Generell gilt: Je mehr Personen Eier essen, desto mehr Hühner sind nötig. Eine vierköpfige Familie kommt zum Beispiel mit etwa fünf legenden Hennen gut hin.
Je nach Rasse legen Hühner mehr oder weniger Eier. Sehr junge und alte Hennen legen weniger als Hennen im mittleren Alter. Die Wahl der Rasse und ein durchmischtes Alter der Truppe sind also gar nicht unwichtig.
Bei uns war die Aussicht auf frische Eier aber nicht der einzige Grund. Wir wollten die Hühner auch als eine Art Haustier für die Kinder. Neben dem Aspekt, dass Kinder lernen, wo das Frühstücksei herkommt und dass Chicken Nuggets aus Lebewesen gemacht werden, kannst du mit Hühnern eine erstaunlich enge Beziehung aufbauen. Es gibt sehr zutrauliche Rassen, die sich gerne auf den Schoß setzen und streicheln lassen. Wenn bei euch ohnehin Tiere und Kinder zusammenkommen, lohnt vorab ein Blick auf einen sicheren Start mit Haustieren.
Jedes Huhn ist ein Individuum mit eigenem Charakter. Das eine ist zutraulicher und mutiger, das andere extrem tollpatschig und liefert bei der Suche nach Käfern und Würmern ein lustiges Bild ab.
Da unser Garten nicht riesig ist, haben wir uns für Zwerghühner entschieden. Die sind kleiner als normale Hühner und brauchen weniger Platz. Dafür sind auch die Eier etwas kleiner als die aus dem Supermarkt.
Unsere Wahl ist auf die Rassen Zwerg-Sundheimer und Zwerg-Barnevelder gefallen.
Zwerg-Sundheimer sind eine alte deutsche Rasse, die extrem zutraulich ist. Ein mittelschweres, nicht zu hoch gestelltes Zwerghuhn mit voller Rumpffiederung und etwas Fußfiederung, Farbschlag weiß-schwarzcolumbia. Sie sind sehr wetterhart, die Legeleistung liegt bei etwa 160 Eiern pro Jahr – also ungefähr alle 2–3 Tage ein Ei.
Zwerg-Barnevelder sind ebenfalls sehr zutraulich und eignen sich gut für Familien. Farbschlag schwarz/silber-schwarz, Legeleistung ca. 150 Eier pro Jahr. Auch sie sind winterhart und durch ihre neugierige, friedliche Art ideale Hühner für Anfänger.
Links: Daisy und Celeste, unsere beiden Zwerg-Barnevelder. Rechts: Brunhilde und Bella, unsere beiden Zwerg-Sundheimer. (Vielen Dank an Daniela von Noahs Garten, die uns fachkundig beraten und unsere vier Zwerghühner liebevoll aufgezogen hat.)
Für den Anfang ziehen je zwei Sundheimer und zwei Barnevelder ein. Eventuell folgen nach einem Jahr noch zwei weitere Hühner. Ein Hahn zieht bei uns nicht ein. Jetzt aber erst einmal: den Hühnerstall selber bauen!
Die rechtlichen Grundlagen zur Hühnerhaltung im Garten
Die Hühnerhaltung ist nicht kompliziert, trotzdem solltest du ein paar rechtliche Grundlagen beachten. Hühner sind soziale, gesellige Tiere – halte sie also mindestens zu zweit, besser als kleine Gruppe. Ein Hahn ist kein Muss, eine Gruppe Hennen mit Hahn gilt aber als natürlichste Haltungsform.
In Wohngebieten ist die Haltung allgemein erlaubt. Sicherheit gibt dir deine Gemeinde, bei der du dich informieren kannst. Ein Hahn stört möglicherweise die Nachbarn, ebenso spielen Gerüche eine Rolle für den Frieden in der Nachbarschaft. Wichtig: Obwohl Hühner im privaten Rahmen erlaubt sind, unterliegen sie einer Meldepflicht. Du musst die Tierseuchenkasse und das Veterinäramt über deine Hühnerhaltung informieren.
Hühner halten: So viel Platz brauchst du
Für die Hühnerhaltung brauchst du einen Stall und einen Auslauf im Freien.
Der Stall muss trocken sein und ein großes Fenster haben. Ein fester Boden ist Pflicht! Erdboden wäre zu feucht und macht buddelnden Feinden das Leben leicht. Ein stabiler Holz- oder Betonboden macht es Marder und Fuchs schwer und lässt sich besser reinigen. Der Stall sollte ein- und ausbruchssicher sein – also keine großen Löcher haben. Es empfiehlt sich, das Fenster zusätzlich mit einem Gitter zu sichern. Nasskalte Bedingungen sind ungesund, eine Heizung ist aber nicht nötig.
Außerdem brauchst du Sitzstangen mit Kotbrett, eine Futterstelle, eine Tränke und Legenester.
Die Größe des Stalls hängt von der Rasse ab. Bei kleinen, friedfertigen Rassen rechnest du bis zu sechs Hühner pro Quadratmeter, große oder kämpferische Hühner höchstens zwei pro Quadratmeter. Hier gilt: vorab informieren und beraten lassen.
In den Stall gehört staubfreies Einstreu, knapp 20 cm hoch. Es sollte regelmäßig gereinigt und ab und zu komplett getauscht werden.
Beim Auslauf gibt es keine pauschale Quadratmeterzahl – auch hier sind Größe und Charakter der Rasse entscheidend. Ab 2 m² pro Huhn kannst du planen, mehr ist besser. Sei dir bewusst, dass der Boden durch das ständige Scharren stark leidet. Alternativ lässt du die Hühner zeitweise im Garten laufen oder arbeitest mit einem versetzbaren Auslauf.
Schutz vor Fuchs und Marder: Hühnerklappe, Drahtzaun und Netz
Damit deine Hühner vor Raubtieren geschützt sind, gibt es im Handel gute Schutzvorrichtungen. Ein Drahtzaun schützt vor Eindringlingen von außen (z. B. Füchse). Ein Netz über dem Auslauf verhindert Angriffe von Greifvögeln. Und eine Hühnerklappe am Stall verhindert nachts das Eindringen von Fuchs oder Marder.
Die Hühnerhaltung ist einfach, trotzdem solltest du dich vorab gut beraten lassen. Informiere dich im Internet oder mit Büchern. Uns hat das Buch „Garten sucht Hühner“ sehr geholfen – es enthält alle nötigen Infos und ist unterhaltsam geschrieben.
Hühnerstall aus OSB-Platten – wo sie sinnvoll sind und wo nicht
OSB-Platten sind beim Hühnerstall ein beliebtes Material – günstig, stabil und schnell verbaut. Aus unserer Erfahrung lohnt sich aber ein genauer Blick, wo du sie einsetzt.
Gut geeignet sind OSB-Platten überall dort, wo sie wettergeschützt oder nicht im Sichtbereich liegen: für den Boden (22 mm), das Dach (22 mm), die Rückwand und die schwere Eierklappe (19 mm). Dort spielen sie ihre Stabilität voll aus.
Weniger geeignet sind sie im direkt bewitterten Sichtbereich. Unsere Außenwände haben wir deshalb nicht aus OSB, sondern aus 19 mm Rauspund gebaut – das sieht besser aus und verträgt Feuchtigkeit besser. Wichtig in jedem Fall: OSB im Stall ordentlich streichen bzw. versiegeln, damit keine Nässe in die Platte zieht. So bekommst du das Beste aus beiden Welten – günstige, stabile OSB-Konstruktion innen, wetterfeste Optik außen.
Der Stall – gekauft oder Eigenbau?
Wenn du ein altes Kinderhaus oder einen Schuppen hast, kannst du den leicht zum Hühnerstall umbauen. Alternativ gibt es fertige Geflügelställe oder mobile Fertigställe im Baumarkt, auch Kleinanzeigen können eine Option sein.
Unsere Kinder wollten ihr Spielhaus nicht hergeben, und unser Schuppen ist randvoll mit Gartengeräten und Fahrrädern. Einen fertigen Stall kaufen kam für uns nicht infrage – also hieß es: den Hühnerstall selber bauen!
Pinterest ist voll mit tollen Anleitungen für kleine und große Ställe in allen Formen und Farben. Da bei uns bereits ein Kinderhaus im Schwedenhausstil im Garten steht, fiel die Wahl auf einen Hühnerstall im ähnlichen Look.
Online haben wir für knapp 20 € eine sehr ausführliche Bauanleitung gekauft. Wenn dir unser Hühnerstall gefällt und du ihn nachbauen willst, findest du die Anleitung bei Etsy. Such dort nach „CoopExpert“ – es gibt den kleinen Stall mit drei Legenestern und einen großen mit fünf. Wir bauen den kleinen mit drei Legenestern.
Wir bauen einen Hühnerstall – das Bautagebuch
Unser Hühnerstall soll auf dem alten Gemüsebeet entstehen – dafür muss auch das kleine Tomatengewächshaus weichen. Stall und Auslauf werden zusammen knapp 16 m² groß. Die Hühner dürfen auch außerhalb des Auslaufs laufen, außerdem planen wir einen versetzbaren Zusatzauslauf.
Nachdem Platz geschaffen ist, bauen wir mit tatkräftiger Unterstützung das Untergestell. Wir setzen das Hühnerhaus auf ein Gestell, weil wir den Platz darunter als geschützte Auslauffläche nutzen wollen. Dort können sich die Hühner vor Regen und Sonne schützen und finden bei Stress eine zusätzliche Versteckmöglichkeit.
Das fertige Untergestell steht an der vorgesehenen Position und wird mit einer Wasserwaage ausgerichtet.
Das ausgerichtete Gestell wird mit Stützlatten in Position gehalten. Danach buddeln wir unter den Pfosten Löcher für die Fundamente und schrauben die Fundamentschuhe an.
Die Löcher werden mit Holzstücken umrandet und großzügig mit Betonestrich verfüllt.
Hier das komplette Untergestell (ungestrichen) …
…und hier mit dem ersten Anstrich.
Damit unsere Hühner so natürlich wie möglich leben, bekommen sie Biokörnerfutter, und der Auslauf wird mit einheimischen Pflanzen gestaltet. Wer seinen Garten ohnehin tierfreundlich gestalten will, findet weitere Ideen in unserem Beitrag über naturfreundliche Familiengärten.
Für das Hühnerhaus verwenden wir eine ökologische, unschädliche Farbe: die Öl-Farben [eco] von Remmers – eine wasserbasierte Deckfarbe auf Basis nachwachsender Rohstoffe für Holz im Innen- & Außenbereich. (Die Firma Remmers war von unserem Hühnerstallprojekt begeistert und hat uns freundlicherweise mit ihren Farben unterstützt. Deshalb ist dieser Baubericht als Anzeige gekennzeichnet. Vielen Dank für die tollen Farben, die sich super verarbeiten lassen!)
Nachdem die Fundamente einige Tage aushärten konnten, geht es an die Stallwände, die (wie alles andere) in der Anleitung sehr gut beschrieben sind. Nur die Abmessungen mussten wir von Inch in Zentimeter umrechnen. Außerdem bauen wir das Hühnerhaus spiegelverkehrt.
Die Balken sind mit 48 × 48 mm zwar recht klobig, dafür sehr stabil. Vorder- und Rückwand sind schnell zusammengebaut und werden direkt mit dem Untergestell verbunden.
Von innen wird der Stall in Cremeweiß gestrichen. Der erste Anstrich erfolgt noch vor der Montage.
Der zweite und dritte Anstrich kommt einige Tage später nach der Montage.
Die beiden anderen Außenwände werden direkt ohne vorherige Montage verbaut.
Hier ein Blick auf den zukünftigen Stall samt Außengehege. Vom Gemüsebeet sind nur noch die Einfassungen zu sehen, die in den nächsten Tagen verschwinden.
Beim Dach weichen wir etwas vom Bauplan ab: Es waren dickere Balken als die bisherigen 48 mm vorgesehen, und unser Dachüberstand wird etwas weiter als angegeben.
Richtfest bei strahlend blauem Himmel!
Laut Bauplan sollen die Wände aus OSB-Platten gebaut werden. Hier weichen wir ab und verwenden – wie beim Kinderhaus – 19 mm Rauspund. Nur die Rückwand bauen wir aus einer OSB-Platte, da sie nicht im Sichtbereich und wettergeschützt ist.
Da wir im Schwedenstil bauen, fällt die Wahl auf Skandinavisch-Rot. Beim Öffnen der Dose gibt es einen kleinen Schock: Die Farbe wirkt sehr grell, fast wie Signalrot. Im Vergleich sieht man auf der Dose den bestellten Farbton.
Am nächsten Tag ist die Farbe getrocknet und deutlich dunkler. Mit dem zweiten Anstrich wird es noch einen Tick dunkler – wir sind beruhigt und zufrieden.
Der Rauspund lässt sich schnell zusägen und verbauen, so sind die Wände rasch fertig. Das Dach besteht aus 22 mm OSB-Platten.
Über die OSB-Platten kommt eine wasserdichte, atmungsaktive Unterspannbahn, die mit Dachstiften festgenagelt wird. Hier ein Blick von der Seite mit der Eierklappe – darin liegen die Legenester, sodass wir die Eier entnehmen können, ohne die Stalltür zu öffnen.
Die Fensteröffnung war bisher nur grob gewählt. Jetzt haben wir ein Fenster mit den exakten Maßen 80 × 50 cm gekauft und die Öffnung etwas vergrößert. Im Hintergrund ist unser Kinderhaus zu sehen.
Das Fenster kann gekippt und im Sommer sogar ausgehängt werden. Damit die Hühner vor Mardern geschützt sind und keine Mäuse in den Stall kommen, bauen wir von innen einen Draht mit 1 cm Maschenweite vor das Fenster, gesichert mit Schrauben und Unterlegscheiben.
Der Draht ist grau und wird von uns schwarz gestrichen – der optische Unterschied ist enorm. Hier ein direkter Vergleich: links bereits schwarz, rechts noch im ursprünglichen Stahlgrau.
Das Fenster ist fix eingebaut.
Als Nächstes bauen wir den Deckel für die Eierklappe. Die 19 mm OSB-Platte und die dicken Balken geben der Klappe das nötige Gewicht, sodass sie von Fressfeinden oder bei Sturm nicht angehoben werden kann.
Der Deckel wird (wie das Stalldach) mit einer wasserdichten, atmungsaktiven Unterspannbahn bespannt. Zur Befestigung nehmen wir drei kräftige Scharniere.
Hier die Klappe im geklappten Zustand. So entnehmen wir in Zukunft morgens direkt die frischen Frühstückseier. Um die Klappe herum haben wir noch eine Leiste gesetzt.
Von innen sieht es so aus. Die Innenwände sind mittlerweile alle in Cremeweiß gestrichen. Später kommt hier eine Platte mit Nestlöchern hinein, die Nester werden noch getrennt. Für den Boden verwenden wir eine 22 mm dicke OSB-Platte, die wir noch streichen.
Die Stalltür besteht aus einer 20 mm starken MDF-Platte und drei Scharnieren.
Der typische Schwedenhausstil sieht Blenden vor …
… die natürlich noch weiß gestrichen werden.
Mit den montierten und gestrichenen Leisten sieht der Stall von der einen Seite so aus …
… und so von der anderen.
Von innen sieht der Stall zwischenzeitlich so …
… und so aus. Vorne siehst du ein Brett, das man nach oben herausziehen kann. Später kommt eine ordentliche Schicht Einstreu in den Stall – das Brett sorgt dafür, dass es nicht herausfällt, wenn man die Tür öffnet.
Die Hühnerklappe – automatisch und selbstverriegelnd
Unser Außengehege soll aus- und einbruchssicher werden. Eine Garantie, dass Marder und Fuchs nicht doch mal in den Bereich kommen, ist das aber nicht. Da beide erst in der Dämmerung aktiv werden, ist eine geschlossene Hühnerklappe eine doppelte Absicherung – die Hühner suchen bei Anbruch der Dämmerung von alleine Schutz im Stall. Weil wir die Klappe nicht jeden Tag manuell öffnen und schließen wollen, haben wir uns für die automatische Hühnerklappe „Chicken Guard Premium“ entschieden.
Die Klappe öffnet und schließt nach Timer, nach Helligkeit oder in Kombination (z. B. bei 120 Lux, aber nicht vor 6 Uhr). Als zusätzliche Sicherung verriegelt sie sich im heruntergelassenen Zustand, sodass Fressfeinde sie nicht hochschieben können.
Der Antrieb erfolgt über vier Batterien. Ein nötiger Batteriewechsel wird mit einer roten LED signalisiert und soll alle 3–4 Monate fällig sein.
- Zum automatischen Öffnen und Schließen des Geflügelstalls
- Tageslichtabhängige, Zeit- oder manuelle Steuerung
- Mit Sicherheitsfunktionen fürs Geflügel ausgestattet - bei Widerstand stoppt der...
Die Montage war verhältnismäßig einfach, Anleitung und Schrauben waren dabei. Nachdem wir die Klappe angehalten und angezeichnet hatten, haben wir den Durchbruch mit einer Stichsäge gemacht.
Die Klappe wird mit zwei Führungsschienen und zehn Schrauben stabil gehalten und geführt.
Oberhalb der Klappe wird die Steuerungseinheit samt Motor angebaut. Die Kalibrierung ist in der Anleitung gut erklärt.
Die fertig montierte Hühnerklappe Chicken Guard Premium.
Das Dach von Stall und Eierklappe wurde zwischenzeitlich mit Teerpappe eingedeckt, die Eierklappe hat eine Kette zum Einhaken bekommen.
Hier die Klappe geöffnet und eingehakt. Zu sehen ist auch die Lüftungsöffnung unter dem Dachüberstand.
Auf der gegenüberliegenden Seite haben wir eine zweite Lüftungsöffnung eingebaut – so ist eine Querlüftung gewährleistet.
Die Legenester entstehen unter der seitlichen Eierklappe. Der Raum wird gedrittelt – zwei Legenester und eine Futterecke. Zur Abtrennung nehmen wir wieder eine OSB-Platte.
Ebenfalls aus OSB bauen wir eine Plattform für den Schlafbereich. So können die Hühner von ihrem Schlafplatz durch das Fenster nach draußen schauen und haben mehr Platz auf dem Stallboden.
Die neue Etage ist gleichzeitig das Kotbrett unter der Schlafstange. Statt einer herausziehbaren Platte legen wir Zeitungspapier aus und wechseln es regelmäßig.
Für die Schlafstange haben wir im Baumarkt einen langen Ast aus Teakholz besorgt. Aus dem Rest bauen wir später noch eine Schaukel im Außengehege. Die Stange wird mit zwei Edelstahlgewinden und Muttern fixiert. Oberhalb haben wir ein weiteres Brett eingezogen – so haben wir Stauraum für Einstreu und Kieselgur.
Das Kieselgur pusten wir in die vielen Ritzen des Stalls – es beugt einem Befall durch die rote Vogelmilbe vor. Sobald die Milben mit dem feinen Pulver in Kontakt kommen, verenden sie. Das Kieselgur sollte regelmäßig beim Ausmisten und bei akutem Befall neu im Stall und in den Ritzen verteilt werden. Wir haben direkt einen ganzen Eimer samt praktischer Pusteflasche bestellt.
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Hier noch ein Blick von oben in den Stall – die Hühner sind mittlerweile eingezogen.
Auf dem nächsten Bild siehst du die Futterecke unterhalb der Eierklappe. Bis die Hühner ihre ersten Eier legen, vergehen 3–4 Monate. Da sie schnellstmöglich auf die Hühnerstange zum Schlafen sollen, wären die kuscheligen Legenester anfangs ungünstig – deshalb sind sie zu Beginn noch mit Pappe verschlossen.
Die Auswahl an Einstreu ist groß. Wir haben uns für Hanfeinstreu entschieden, da es sehr saugfähig ist und kaum staubt.
Das Außengehege – der Auslauf neben dem Hühnerstall
Parallel zum Stall haben wir unsere Hühner „bestellt“: Die Eier liegen bereits im Brutschrank, in drei Wochen sollen die Küken schlüpfen. Danach bleiben sie noch einige Wochen bei der Züchterin, bis wir sie abholen können – wir haben also einen Zeitplan.
Die Hühner beanspruchen den Auslauf durch ihr Scharren stark. Deshalb starten wir parallel mit dem Bau, damit Pflanzen und Rasen gut anwachsen können.
Mit der alten Steinumrandung des Gemüsebeetes legen wir die Form des Außengeheges.
An der zukünftigen Stelle der Steinreihe entfernen wir die Grasnarbe, die später wiederverwendet wird.
Auch unter dem Hühnerstall bilden die alten Steine die Abgrenzung zum Gehege.
Die Steine werden auf ein Betonbett gesetzt – so sitzen sie stabil und Marder und Fuchs haben es schwer, sich ins Gehege zu buddeln.
Neben der Legeklappe entsteht ein kleiner gepflasterter Weg, damit morgens die Füße trocken bleiben.
Auch unter die Steinreihe des Außengeheges kommt ein breites Betonbett als Stütze und Schutz vor Feinden.
Die Rasenkantensteine werden ebenfalls in Beton eingelassen. Hinter die Steinreihe kommt zur Stütze eine kleine Betonschürze.
Der Auslauf wird mit 180 cm hohen Pfosten umbaut. Diese werden einbetoniert, später nach innen abgestützt und mit Gitterdraht verbunden.
Neben den Ecken setzen wir auch in der Mitte des Auslaufs einen Pfosten. Über den Auslauf kommt später ein Schutznetz gegen Greifvögel, das auf dem Mittelpfosten aufliegt.
Währenddessen hat der Stall ein Dach aus Rechteckschindeln bekommen.
Hier ein Blick vom Wall in den zukünftigen Auslauf.
Neben Grasflächen entstehen im Auslauf ein Sandbad und eine Wühlecke mit Rindenmulch. Zwei Beerensträucher, einige Buchsbäume, zwei Apfelbäume und ein Pfirsich bilden die Bepflanzung – so haben die Hühner Versteckmöglichkeiten und leckere einheimische Beeren und Obst zum Naschen.
Die ausgestochenen Rasenstücke setzen wir wieder zusammen. Der Rasen hat noch einige Wochen Zeit, sich zu erholen, bevor die Hühner kommen.
Hier ein Blick von der anderen Seite mit einem kleinen gepflasterten Innenhof.
Unterhalb des Stalls entsteht ein Sandbad. Der Sand bleibt dort trocken, sodass die Hühner auch bei Regen baden können. Damit sie nicht weglaufen und Marder und Fuchs draußen bleiben, wird dieser Bereich eingezäunt – dazu bohren wir die Kantsteine an und versehen sie mit Dübeln.
Anschließend wird der bereits schwarz gestrichene Drahtzaun mit Schrauben und Unterlegscheiben an der Steinkante verschraubt.
Zum Wall hin haben wir einen 9 × 9 cm Balken so auf den Pflanzringen positioniert und mit Haltern einbetoniert, dass keine Fressfeinde darunter hindurchkriechen können. Daran wird später der Drahtzaun befestigt.
Die Pfosten haben wir über den Mittelpfosten mit Drahtseilen verbunden und auf Spannung gebracht. Die Seile geben unserem „Chicken Dome“ die nötige Stabilität und dienen später als Auflage für das Greifvogelnetz.
Die Hühnerleiter vom Auslauf zur Hühnertür ist ein einfaches Profilbrett mit kleinen Querleisten.
To-do-Liste für den Hühnerauslauf:
- Drahtzaun
- Außengehege-Tür
- Schutznetz gegen Greifvögel
Fortsetzung folgt …
Bereit, deinen eigenen Hühnerstall zu bauen?
Mit fertigen Bauplänen, Materiallisten und Maßen sparst du dir genau die Fehler, die uns viel Zeit gekostet haben – und baust deinen Stall sicher, wetterfest und fuchssicher.
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–> Hier findest du eine Videoanleitung für den Bau eines Hühnerstalls* (von der Einführung bis zum Dach + Bonus „Wissenswertes zum Thema Hühner“) <–
Anzeige – Dieser Artikel ist mit freundlicher Unterstützung und den wasserbasierten Öl-Farben [eco] der Remmers GmbH entstanden. Der Inhalt und meine Meinung wurden dadurch nicht beeinflusst.
Häufige Fragen zum Hühnerstall selber bauen
Wie groß muss ein Hühnerstall sein?
Bei kleinen, friedlichen Rassen kannst du im Stall bis zu sechs Hühner pro Quadratmeter rechnen, bei großen Rassen höchstens zwei. Beim Auslauf solltest du mindestens 2 m² pro Huhn einplanen – mehr ist immer besser.
Welches Material eignet sich für den Hühnerstall?
Für die tragende Konstruktion Kanthölzer (bei uns 48 × 48 mm), für wetterausgesetzte Sichtflächen Rauspund und für Boden, Dach und Rückwand OSB-Platten (19–22 mm). Wichtig ist, dass alle Flächen gut gestrichen und versiegelt sind.
Wie schütze ich den Stall vor Fuchs und Marder?
Mit einem festen Boden, einbruchssicheren Wänden, einem Marderdraht vor dem Fenster, einem in Beton gesetzten Drahtzaun und einer selbstverriegelnden automatischen Hühnerklappe, die nachts schließt.
Was kostet es, einen Hühnerstall selber zu bauen?
Deutlich weniger als ein Fertigstall (600–900 €). Die Bauanleitung kostet rund 20 €, der größte Posten ist das Holz, dazu kommen Fenster, Beschläge, Farbe und die automatische Hühnerklappe. Die Gesamtkosten hängen stark von Größe und Material ab.
Über den Autor
Christiano Mancini ist Vater von zwei Kindern und baut seit 2014 alles selbst, was im Familienalltag gebraucht wird – darunter auch dieser Hühnerstall, den unsere Familie im eigenen Garten geplant, gebaut und über Jahre bewohnt erlebt hat. Seine DIY-Anleitungen wurden über 19.000-mal geteilt.