Schon während der Schwangerschaft schwirren dir vielleicht die Ideen durch den Kopf, wie du das kleine Reich deines Babys gestalten kannst. Auch werdende Omas, Tanten oder gute Freundinnen wollen dem neuen Erdenbürger etwas Persönliches schenken. Eine selbst gehäkelte Krabbeldecke ist dafür eine der schönsten Gelegenheiten: ein Unikat, in dem Zeit und Liebe stecken.
Als Vater von zwei Kindern weiß ich, wie sehr so eine Decke zum Mittelpunkt der ersten Monate wird. Bei uns hat eine gehäkelte Decke jahrelang eine Hauptrolle gespielt, vom ersten Strampeln bis zum Kuscheln am Abend. Hier zeige ich dir, worauf es beim Selberhäkeln wirklich ankommt, von der Wolle bis zur Größe.
Krabbeldecke selber häkeln: warum ist eine Krabbeldecke etwas Tolles für Babys?
Dein Baby verbringt einige Stunden pro Tag auf seiner Krabbeldecke. Hier macht das Kleine seine ersten Wahrnehmungserfahrungen, umgeben von wechselnden Spielzeugen. Das Baby fühlt sich geschützt, gewärmt und geborgen, es kennt den Geruch seiner Decke und seiner Spielsachen. Entsprechend seinem Entwicklungsstand macht das Baby auf der Krabbeldecke die ersten Erprobungen, um den Raum um sich herum zu erobern.
Eine selbst gehäkelte Krabbeldecke als schöne Erinnerung
Mama, Papa, Geschwister und das Baby selbst verknüpfen später eine Menge Erinnerungen mit einer selbst gehäkelten Krabbeldecke. An diesem Ort ist über Wochen und Monate viel passiert: Es wurde gespielt, gelacht und geweint, immer wieder ist die Familie zur Decke zurückgekehrt. Vielleicht gab es sogar Lieblingslieder, die dort immer wieder gesungen wurden.
Auch die Verwandten, die die Decke gehäkelt haben, werden Besuche und Entwicklungsschritte damit verbinden. Alle erinnern sich später gern an diese intensive Kuschelzeit.
Eine selbst gehäkelte Krabbeldecke ist ein sehr persönliches Geschenk. Du kannst sie in Größe und Form an den Raum anpassen, die Farben des Zimmers aufnehmen oder bewusst einen Kontrast setzen. Sie darf einfarbig sein oder aus mehreren aufeinander abgestimmten Tönen bestehen, gern auch in den Grundfarben, die für Babyspielzeug so beliebt sind: Gelb, Rot, Grün und Blau. So ein Unikat zeigt echte Wertschätzung für den kleinen Erdenbürger, denn in ihm stecken die Liebe und die Zeit dessen, der es gemacht hat.
Welche Häkeltechnik ist die richtige für dich?
Arten von Krabbeldecken
Im Handel gibt es Krabbeldecken aller möglichen Hersteller. Wer etwas Persönliches will, näht die Krabbeldecke lieber selbst oder häkelt sie. Häkeln hat gegenüber dem Nähen einen schönen Vorteil: Der Faden aus dem Wollknäuel gibt dir die Richtung praktisch vor. Du folgst einfach einer Anleitung oder deiner eigenen Idee und dem einen Faden, der über deine Finger gleitet.
Du musst dir kein Kopfzerbrechen über Ober- und Unterspannung, Zuschneiden, Stecken, Versäubern, Zusammennähen, Bügeln oder Quilten machen. Du nimmst dir einfach die Zeit, die du gerade hast, und häkelst ein Stück weiter. Beim Nähen brauchst du dagegen ein deutlich größeres Zeitfenster am Stück.
Suchst du nach einem Mitbringsel oder einem Geschenk zur Weihnachtszeit? Dann schau dir auch die Anleitung für unsere weihnachtliche Krabbeldecke an.
Die Grundlagen des Häkelns
Selbst als Häkelanfänger bekommst du eine Krabbeldecke hin. Du musst keine Teile zusammennähen, die Form ist einfach ein Rechteck oder ein Quadrat. Das A und O ist hochwertiges Häkelgarn.
Es gibt mehrere Möglichkeiten anzufangen. Du kannst zunächst so viele Luftmaschen bilden, bis die gewünschte Breite erreicht ist. Oder du beginnst über die volle Breite und Höhe. Für einen 45-Grad-Winkel nimmst du in der Ecke in jeder zweiten Reihe zwei Maschen ab, das dient als Faustregel, je nach Maschenbild und Angaben auf der Banderole. Eine weitere Variante ist der Anfang über ein Zickzack oder in der Mitte mit einem Streifen Luftmaschen: Sind die vier Ecken festgelegt, nimmst du an jeder Ecke in jeder zweiten Reihe zwei Maschen zu.
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Deiner Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt, ob du zwei Fäden miteinander verhäkelst oder Streifen und Muster bildest.
Wenn die Form steht, kommt die nächste Frage: Welche Maschen nimmst du? Feste Maschen ergeben ein eher festes Ergebnis, halbe Stäbchen und Stäbchen werden weicher. Durch die luftigere Masche liegt der Wollverbrauch bei Stäbchen aber meist höher als bei festen Maschen.
Wie groß soll dein Häkelprojekt werden? 60 x 90 cm eignet sich gut als Zudecke für einen Kinderwagen. 100 x 150 cm ergibt eine Krabbeldecke, die auch die ersten Drehbewegungen und kleinen Ausflüge mitmacht.
Und welche Garnstärke? Stärke 2 bis 3 ist sehr filigran und braucht viel Zeit. Zwischen Stärke 4 und 6 geht die Arbeit flott voran. Ab höheren Garnstärken wird das Ergebnis grob und schwer.
Größen-Guide für gehäkelte Krabbeldecken
Kinderwagen-Decke
Größe: 60 x 90 cm
Wolle: ca. 400 bis 500 g
Zeit: 12 bis 18 Stunden
Standard-Krabbeldecke
Größe: 100 x 100 cm
Wolle: ca. 700 bis 900 g
Zeit: 20 bis 30 Stunden
XXL-Spieldecke
Größe: 120 x 150 cm
Wolle: ca. 1000 bis 1300 g
Zeit: 35 bis 50 Stunden
Was solltest du beim Häkeln einer Krabbeldecke beachten?
Die Krabbeldecke darf keine verschluckbaren Kleinteile wie Perlen enthalten. Applikationen könnten abgerissen und in den Mund genommen werden, alles, wovon eine Gefahr ausgeht, gehört nicht auf die Decke. Achte außerdem darauf, dass die Krabbeldecke ökologisch unbedenklich ist.
Auch bei der Wolle gibt es einiges zu bedenken: Sie kann mit ökologischen Farben gefärbt sein, und du entscheidest zwischen Naturfaser und Synthetik. Bestehen Allergien gegen Synthetik oder tierische Eiweiße? Die Wolle sollte strapazierfähig sein, gut gezwirnt und möglichst kein Pilling zeigen.
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Die Pflege ist ein wichtiger Punkt, schließlich verbringt dein Baby hier täglich mehrere Stunden, zahnt vielleicht, spuckt Milch oder bekommt sein Fläschchen. Halte dich an die Angaben auf der Banderole: Die meisten Garne waschen sich bei 30 Grad, manche Baumwollgarne auch bei 60 Grad.
Häufige Fragen zum Krabbeldecke häkeln
Krabbeldecke stricken oder häkeln?
Beides ist möglich. Für Anfänger ist Häkeln meist einfacher, weil du keine Maschen auf mehreren Nadeln halten musst, sondern nur dem Faden folgst. Häkeln geht oft schneller und die Decke wird etwas fester, Stricken ergibt dafür ein besonders dehnbares, weiches Maschenbild.
Welche Wolle eignet sich für eine gehäkelte Krabbeldecke?
Am besten weiche, strapazierfähige Babywolle, gern mit Öko-Tex-Zertifikat. Achte darauf, dass sie waschbar ist (meist 30 Grad, manche Baumwollgarne 60 Grad) und nicht pillt. Bei Allergien wählst du entsprechend Naturfaser oder Baumwolle.
Wie groß sollte eine gehäkelte Krabbeldecke sein?
60 x 90 cm reicht als Kinderwagendecke, 100 x 100 cm ist ein guter Standard und 120 x 150 cm eine großzügige Spieldecke. Eine Übersicht nach Alter findest du unter Krabbeldecken nach Größe.
Welche Häkeltechnik ist für Anfänger am besten?
Feste Maschen. Sie sind am einfachsten und ergeben ein festes, dichtes Ergebnis. Halbe Stäbchen werden weicher, Granny Squares sehen dekorativ aus, sind aber etwas anspruchsvoller.
Fazit
Eine selbst gehäkelte Krabbeldecke ist eine wunderbare Gelegenheit für ein persönliches Geschenk und ein Gegenstand, mit dem dein Baby von Anfang an vertraut ist. Alle erinnern sich später gern an die Zeit auf der Decke. Wenn Größe, Wollqualität und Technik bedacht sind, steht deinem Projekt nichts mehr im Weg.
Über den Autor
Christiano Mancini ist Vater von zwei Kindern und schreibt seit 2014 auf Krabbeldecken-ABC.de aus dem echten Familienalltag. Eine gehäkelte Krabbeldecke hat unsere ersten Babymonate begleitet, deshalb weiß ich aus der Praxis, worauf es bei Wolle, Größe und Sicherheit ankommt. Mehr über mich erfährst du auf der Über-mich-Seite oder auf Pinterest.