Alles Öko? Krabbeldecken im Test

Krabbeldecken TestIm Gegensatz zu früheren Zeiten, in denen der Horizont von Kleinkindern an der Kante des sogenannten Stubenwagens endete, öffnen heute Krabbeldecken neue Horizonte. Aber nicht nur für die Kleinen. Auch die Erwachsenen erfreuen sich am Anblick ihres Liebsten, der es ihnen erlaubt der üblichen Hausarbeit nachgehen zu können und den Nachwuchs dabei im Auge zu behalten.

Krabbeldecken – ein unbelastetes Vergnügen? Ist wirklich immer alles Öko?

Der Krabbeldecken Test zeigt: Leider nicht. Krabbeldecken müssen frei von belastenden Schadstoffen sein, die die Kinder über den Mund, die Haut, oder die Nasenschleimhäute
zwangsläufig aufnehmen, wenn sie in intensiven Kontakt mit ihrer Krabbeldecke treten. In vielen Produkten lassen sich im PVC-Schaum der Bodendecke signifikant erhöhte Werte der schädlichen polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe, kurz PAK, nachweisen, von denen einige als Krebserregend eingestuft und unter anderem als Weichmacher verwendet werden. Im Polyester der Füllungen oder der Oberstoffe kann sich das sogenannte Antimon befinden, das, wenn es sich aus den Strukturen löst, die empfindliche Haut und die Schleimhäute der Kinder reizt.

Im Jahr 2011 hat ÖKO-TEST 17 Krabbeldecken in Laboren getestet. Das Ergebnis war nicht berauschend: Nur fünf Modelle  wurden mit “gut” getestet. Das Testergebnis “befriedigend” bekamen drei Decken, ein Modell erhält ein “ausreichend” und ebenfalls eine Decke bekam ein “mangelhaft”. Insgesamt sieben Krabbeldecken wurden mit “ungenügend” bewertet! Am erschreckendsten: Drei Krabbeldecken wurde von Ökotest als nicht verkehrsfähig gewertet, da Schadstoffgrenzwerte weit überschritten wurden.

Krabbeldecken öko testWas der Krabbeldecken Test auch gezeigt hat ist, dass dass teure Produkte nicht automatisch gut sein müssen. Das teuerste Modell im Decken Test kostet um die € 80,00, ist aber wegen seines Formaldehyd-Anteils durch den Test gerasselt. Beiden Deckenmit zusätzlichen Spielelementen haben vier Decken den Praxistest bestanden. Die Gefahr, dass beim Spielen angenähte Kleinteile abgerissen und verschluckt werden können, besteht nur bei einer der getesteten Decken.

Wir sind gespannt wann ÖKO-TEST wieder Krabbeldecken ins Visier nimmt und ob die Hersteller etwas gelernt haben. Hier gelangen Sie zu dem vollständigen Testbericht für Krabbeldecken auf Ökotest.de. Im Shop von ÖKO-TEST können Sie sich auch die komplette Ausgabe mit vielen Kinderspielzeugtests kaufen und herunterladen.

Mit “gut” getestet wurden folgende Krabbeldecken (alphabetisch nach Hersteller sortiert):

Wer auf Nummer sicher gehen will, kann Krabbeldecken auch selber näher. Nähanleitungen und Tipps findet man hier.

Krabbeldecken – die Wohlfühlfaktoren

Neben der Schadstoffreiheit muss die Krabbeldecke auch bestimmte mechanische Eigenschaften besitzen, damit die Kleinen und nicht zuletzt auch die Eltern, ein gutes Gefühl haben können. Da die Krabbeldecke als Isolationsschicht zwischen dem Fußboden und dem empfindlichen Organismus des Kindes dient, muss sie ein ausrechend dickes Futter besitzen. Da krabbeldecken Ökotestkleine Körper viel schneller auskühlen als große, stehen die Isolationseigenschaften, wenn kein warmer Fußboden gewährleistet ist, an erster Stelle.

Aber auch ihre Rutschfestigkeit ist ein wesentlicher Faktor, da die Kleinen auf ihrer Decke erstmals eine Drehung versuchen, oder bereits erste Anstalten machen zu krabbeln. Der Stoff muss hautfreundlich, weich und Allergie unbedenklich sein.

Die Pflegeleichte, gefütterte und atmungsaktive Decke sollte vorgewaschen sein und nach Möglichkeit den Trockner vertragen. Einer Deckenoberfläche aus Naturfaser ist grundsätzlich der Vorzug zu geben. Eine Waschtemperaturtoleranz von über 30 Grad sollte gewährleistet sein und eine wasserabweisende rutschfeste Unterseite ist wünschenswert.

Krabbeldecken – auch für das Auge

Krabbbeldecken zeichnen sich durch anregende Accessoires aus. Kleine Tiere, Symbole oder Pflanzen aus Stoff regen die Phantasie an und machen neugierig. Da die Kleinen aber nicht nur mit den Augen auf die Reise gehen, sondern die Händchen groß zum Einsatz kommen, müssen die Applikationen fest angenäht sein, damit sie nicht abgerissen, in den Mund gesteckt und verschluckt werden. Da aber alles Erreichbare grundsätzlich angelutscht wird, darf die Textilkoloration nicht ausfärben. Die Stoff-Spielelemente sollten nicht zu klein und für den Abenteurer erreichbar sein.

Auch hier trifft das Sprichwort zu: “Weniger ist mehr.” Statt das Kind hier mit einer unübersichtlichen Flut zu überfordern, geht es darum ihm eine vernünftige, wenig abstrakte Auswahl an Spielelementen zur Verfügung zu stellen. Wichtig ist, dass sich diese Applikationen farblich kontrastiv vom Gesamtbild der Krabbeldecke abheben, um dem Kind die Orientierung zu erleichtern. Grundsätzlich sollte die Krabbeldecke nicht mit zu vielen Farben ausgestaltet sein und diese nicht allzu grell in Erscheinung treten.

In der Welt, in der wir Erwachsenen uns bewegen, wird allzu schnell vergessen, dass die Entwicklung der Sinne – und hierzu tragen Krabbeldecken mit Sicherheit bei – schrittweise von statten geht und Kinder vor Reizüberflutung geschützt werden müssen.

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