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Auf der Suche nach einer stabilen Sitzbank für unseren Esstisch im Wohnzimmer kam uns die Idee, dass eine Sitztruhe einen entscheidenden Vorteil hat: Stauraum! Wer kleine Kinder hat, der sehnt sich nach weiterem Stauraum. Genau so ist es auch bei uns.
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Die Vorgaben waren:
- breite Sitzfläche für Kinder und Erwachsene
- Kippsicher – fester Stand und ein gewisses Gewicht
- optisch sollte die Sitztruhe zu unseren Holzmöbeln passen
Nach ausgiebiger Recherche im Netz (insbesondere bei Pinterest) haben wir uns für eine Sitzbank aus einem alten Sprungkasten aus dem Sportunterricht entschieden. Mit ein wenig handwerklichem Geschick ließe sich so doch eine Sitztruhe aus dem alten Sportgerät bauen.
Bei Ebay-Kleinanzeigen war schnell ein Sprungkasten im näheren Umkreis gefunden. Unsere zukünftige Sitztruhe stammt aus einer Grundschulturnhalle und wurde bis vor wenigen Tagen noch im Sportunterricht genutzt. Man sollte darauf achten, dass das Leder in einem guten Zustand ist, das Holz nicht gesplittert oder gerissen ist und der Kasten nicht zu stark nach Turnhalle (Schweiß und Muff) riecht.
Sprungkasten für DIY-Möbel – Gebrauchspuren sind ausdrücklich erwünscht
Uns war wichtig, dass der Sprungkasten gebraucht ist. Fabrikneuen Sprungkästen fehlt ganz eindeutig der Charme. Außerdem kostet ein neuer Kasten um die 700 Euro. Gute gebrauchte Sprungkästen bekommt man da schon für um die 300 Euro.
Als ersten Arbeitsgang haben wir das Leder aufgearbeitet. Statt einer teuren Lederpflege haben wir die „Sensitiv Feuchttücher“ von unserem Sohn verwendet. Mit Hilfe dieser Tücher und ordentlich Armschmalz wurden aus dem Leder alte Schweißreste und die im Sportunterricht benötigte griffige Schmiere entfernt. Optisch wurde das Leder durch diese Reinigung schön aufgewertet – der alte Charme ist dennoch erhalten geblieben. Später bekommt das Leder noch eine Versiegelung, damit es vor verschütteten Getränken und schmierigen Kinderhänden geschützt ist.
An die Säge – fertig – los
Mit Hilfe einer Handkreissäge und einer langen Führungsschiene haben wir von dem oberen Deckel den Lederaufsatz abgetrennt. Um später noch genügend und stabiles Material für die Scharniere zu lassen, wurde ein Rand von knapp 5 cm unterhalb des Leders gelassen.
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Wer eine ruhige Hand hat, kann eventuell auch auf die lange Führungsschiene verzichten. Man sollte jedoch bedenken, dass man nur einen einzigen Versuch hat. Sobald man sich versägt oder schief sägt, ist der alte Turnkasten für immer entstellt!
Anschließend haben wir die Sägeflächen abgeschliffen (erst 40er, dann 120er Schleifpapier). Wir haben uns bewusst dagegen entschieden, den Sprungkasten komplett abzuschleifen. Nur an zwei, drei Stellen, die grobe Splitter hatten, sind wir mit Schleifpapier tätig geworden. So ist die Verletzungsgefahr minimiert.
Kleinere Stoßstellen und Kratzer haben wir gelassen, da sie zu der Geschichte des Sprungkastens dazugehören und unbedingt zu der alten Optik gehören.
Nachdem die Flächen auf der Ober- und Unterseite abgeschliffen waren, haben wir die Scharniere angeschraubt.
Aussparung für die Scharniere |
Passt perfekt! |
Insgesamt haben wir drei stabile Scharniere am unteren Teil des Deckels angebaut.
Anschließend wurde der obere Teil aufgelegt, so dass wir die genaue Position der Scharniere auch am oberen Deckelteil anzeichnen konnten.
Mit dem Bleistift wird die exakte Position der Scharniere auf dem Deckel angezeichnet… |
… und anschließend wird mit einem scharfen Messer die Aussparung ausgeschabt. |
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Nach etwas mehr als zwei Stunden Arbeit finden die zersägten Deckelteile wieder zusammen
Zum Anschrauben der Scharniere an den oberen Deckel benötigt man am besten einen oder zwei Helfer. Der Deckel ist schwer und muss millimetergenau angeschraubt werden. Wenn hier unsauber gearbeitet wird, schließt der Deckel nicht bündig und es könne unschöne Kanten entstehen.
Später werden noch zwei Stoßdämpfer eingebaut, damit der Deckel sich leichter öffnen lässt und beim Schließen etwas abgefedert wird – schließlich wiegt der Deckel knapp 20 kg.
Aus dem leeren Rahmen wird der untere Teil der DIY-Sprungkasten-Sitztruhe
Wir haben uns dazu entschieden, dass unsere Sitztruhe einen festen Boden bekommt. Um den Schwerpunkt etwas vom schweren Deckel nach unten zu bekommen, haben wir eine 22 mm starke MDF-Platte verbaut. Die Platte wird bündig mit dem unteren Rahmen verschraubt, so dass die Sitztruhe eine große Auflagefläche hat und nicht kippeln kann.
Eckpfosten anzeichnen und mit der Stichsäge aussägen… |
…und dann von außen mit einigen Schrauben verschrauben. |
Da wir die Sitztruhe niemals beladen hochheben werden, haben wir für die Verschraubung der Bodenplatte nur fünf Schrauben je Seite verwendet. Die Truhe wiegt leer schon an die 30 kg, so dass sie bei einem anstehenden Transport vorher geleert werden sollte.
Die Öffnung an der Seite habe ich noch mit einer dünnen Pappelholzplatte verschlossen. So können Kleinteile nicht herausfallen und das Klemmrisiko für die Kinder ist weiter minimiert.
Dank der kleinen Holzplatte können Kleinteile nicht herausfallen. |
Um den Boden im Wohnzimmer nicht zu zerkratzen, haben wir großzügig Filzleiter geklebt. |
Die Hochzeit – Oberer und unterer Sprungkasten finden wieder zusammen
Aufgrund des schon erwähnten hohen Gewichts der Sitztruhe habe ich das Oberteil und das Unterteil erst im Wohnzimmer miteinander verschraubt.
Wie angekündigt habe ich zwei Gasdruckfedern (je 150N / 15kg) eingebaut. Diese sind u. a. bei Amazon erhältlich.
Nach etwas mehr als drei Stunden Arbeit waren wir fertig und sind nun stolze Besitzer einer DIY-Sitztruhe aus einem alten Sprungkasten. Dort sind jetzt Stoffe, Nähmaterial und eine Nähmaschine untergebracht.
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