Rechtzeitig den Schnuller abgewöhnen

Rechtzeitig den Schnuller abgewöhnenDie allermeisten Babys sind ruhig und genießen es, wenn sie an einem Schnuller oder ihrem Daumen nuckeln. Jedoch sollte man schon früh darauf achten, dass das Saugen nicht zu viel wird. Zu viel “Schnullerzeit” kann das Gebiss und die Zähne schädigen.

Babys (und auch die Eltern) mögen es, wenn der Schnuller im Mund ist und kräftig genuckelt wird. Schließlich ist das Baby dann glücklich. Und wenn das Baby glücklich ist, dann sind Mama und Papa es meist auch. Trotzdem sollte man darauf achten, dass der Schnuller dem Baby nicht den ganzen Tag angeboten wird.

Rechtzeitig den Schnuller abgewöhnen um Kieferschäden zu verhindern

Studien zeigen, dass Kinder mit dem Schnullernuckeln aufhören sollten, bevor das Milchzahngebiss voll entwickelt ist. Das ist meist so mit zweieinhalb Jahren der Fall. Natürlich ist es viel leichter gesagt als getan, aber man sollte sich bewusst sein, dass längeres Nuckeln dem Gebiss schadet und Folgeschäden auftreten können. Mit daraus resultierenden Zahnbehandlungen und Zahnspangen tun wir unserem Kind keinen Gefallen.

Wenn die Schnullerentwöhnung zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr stattfindet, können negative Folgen für die Zähne vermieden werden. Das Saugbedürfnis steckt noch aus früherer Zeit in uns. Damals wurden die Kinder öfter gestillt, da die produzierte Milchmenge geringer war. Heutzutage sind die Mutter gut versorgt, so dass viel Muttermilch produziert wird. Daher werden die Kinder im Vergleich zu früher seltener und kürzer gestillt. Das alte Saugbedürfnis ist dennoch in unseren Babys verwurzelt.

Zu frühes Schnullernuckeln kann Saugverwirrungen auslösen

Schnuller Abgewöhnung kind greift schnellerSchon vor der Geburt werden die ersten Schnuller gekauft und bereitgelegt. Um Saugverwirrungen zu vermeiden, sollte man seinem Baby den Schnuller erst anbieten, wenn sich das Stillen gut eingespielt hat und das Baby gut und problemlos an der Brust trinkt. Meist nach 1–2 Wochen kann man seinem Baby dann den Schnuller zum Beruhigen und Befriedigen des Saugbedürfnisses geben.

Mit knapp sechs Monaten können die meisten Babys die Schnuller dann selber greifen und sich in den Mund stecken. Spätestens wenn die ersten Krabbelversuche oder Schritte gemacht werden, kann sich das Baby den Schnuller also selber holen. Deshalb sollte man die Schnuller an einem Ort lagern, den die Kinder nicht selbstständig erreichen können. So behält man als Eltern die Kontrolle über die Nuckelzeit.

Mit zwei Jahren sind die meisten Zähne da und das Kind beginnt zu sprechen

Mit zwei Jahren sollten Eltern langsam den Schnuller abgewöhnen. So sollte der Schnuller nur noch gegeben werden, wenn das Kind schreit oder es einschlafen soll. Beim Spielen wird der Schnuller nicht benötigt und sollte dem Kind weggenommen werden. Auch bei Autofahrten sollte der Schnuller nur im Notfall gegeben werden, zum Beispiel wenn das Kind längere Zeit schreit und sich nicht mit Liedern oder Spielzeug beruhigen lässt.

Spätestens mit zweieinhalb Jahren sollte der Schnuller nur noch zum Einschlafen gegeben werden und sollte am Tag verschwunden sein. Allein schon aus dem Grund, dass die Kinder eine gute Aussprache lernen sollen.

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Langes Nuckeln kann einen Kreuzbiss zur Folge haben

Nuckel abgewöhnen

Ab 2,5 Jahren sollte der Schnuller nur noch zum Einschlafen gegeben werden.

Man sagt, dass bei 30–40% der Kinder, die einen Schnuller bekommen, ein Kreuzbiss entsteht. Der Nuckel drückt die Zunge nach hinten, was wiederum bewirkt, dass sich die Zähne im Unterkiefer nach außen drücken. Gleichzeitig fehlt dem Oberkiefer die Stütze durch die Zunge, so dass die oberen Backenzähne leicht nach innen wachsen können. Im Vergleich bekommen Kinder, die keinen Schnuller verwenden, nur in 10 % der Fälle einen Kreuzbiss.

Eine Alternative sind Schnuller, die einen kieferfreundlichen Sauger haben und Schäden wie Kreuzbiss minimieren können. Am besten sollte man einen Zahnarzt oder in der Apotheke nach einer Empfehlung fragen.

“Daumenlutschen” ist schlimmer als “Schnullernuckeln”

Das Saugen am Daumen geschieht meist über einen längeren Zeitraum, da der Daumen logischerweise immer für das Kind “greifbar” ist. Außerdem wird am Daumen meist stärker gesaugt als an einem Schnuller. Zudem ist der Daumen viel dicker als ein Schnuller.


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Daher bekommen Kinder, die am Daumen lutschen, oft große Überbisse und Asymmetrien im Kiefer. Außerdem zeigt sich, dass einige Kinder auch mit sechs oder sogar sieben Jahren noch immer am Daumen saugen. Um größere Schäden zu vermeiden, sollten Eltern ihre “Daumenlutschkinder” schnellstmöglich lieber an einen Schnuller gewöhnen.

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Kann man bei einem Schnuller von Abhängigkeit sprechen?

 

Ob es tatsächlich eine physische Abhängigkeit vom Schnuller gibt, ist schwer zu sagen. Fest steht jedoch, dass die psychische Abhängigkeit mit dem Alter des Kindes stärker wird. Die Gewohnheit eines dreijährigen Kindes ändert man leichter als die Gewohnheit eines fünfjährigen Kindes. Je länger man wartet, desto schwerer wird das Kind es haben.

Der richtige Zeitpunkt für die Schnuller-Entwöhnung

Ein wichtiger Aspekt für die erfolgreiche Schnuller-Entwöhnung ist der richtige Zeitpunkt. Da der Schnuller dem Kind Sicherheit gibt, sollte man keinen Zeitpunkt wählen, an dem das Kind eine Veränderung durchmacht. Eine solche Veränderung ist z.B. wenn ein Geschwisterkind geboren wird oder das Kind in die Krippe oder den Kindergarten kommt. Die neuen Situationen sind bereits aufregend genug für das Kind. Dann sollte man dem Kind nicht noch eine Gewohnheit nehmen.

Wenn es dann soweit ist, ist es die Aufgabe der Eltern, die Kinder bei der Entwöhnung zu unterstützen. Kinder brauchen viel Lob, wenn sie den Tag ohne Schnuller überstanden haben. Vielleicht gibt es zur Belohnung dann das Lieblingsessen oder einen Ausflug am Wochenende.