Weiterbildung während Elternzeit und Mutterschutz | [mit Zertifikat]

Dieser Artikel wurde zuletzt im Juni 2026 aktualisiert & geprüft.

Darfst du dich während der Elternzeit weiterbilden – und wer zahlt das eigentlich? Hier erfährst du, was rechtlich erlaubt ist, welche Förderungen es gibt und welche Weiterbildung sich für den Wiedereinstieg wirklich lohnt. ✓

Elternteil lernt online am Laptop, während das Baby schläft

Kurz & knapp – darf ich mich in der Elternzeit weiterbilden?
Ja, und zwar uneingeschränkt. Eine Weiterbildung wie ein Sprach- oder Online-Kurs gilt nicht als Arbeit – du kannst lernen, so viel du möchtest. Nur für bezahlte Tätigkeiten gilt eine Grenze: In der Elternzeit darfst du bis zu 32 Stunden pro Woche arbeiten (bei Kindern ab dem 1.9.2021; davor 30 Stunden). Eine Zustimmung des Arbeitgebers brauchst du nur, wenn du bei ihm in Teilzeit arbeitest – nicht fürs reine Lernen.

Sich ums Kind kümmern und trotzdem im Beruf vorankommen? Das ist keinesfalls unmöglich. Die Elternzeit ist sogar ein guter Zeitpunkt, um sich von zu Hause aus weiterzubilden – statt Karriereknick kann die Babypause zum Vorteil werden.

So macht es zum Beispiel Julia: Papa Jan ist aus dem Haus, der kleine Jona schläft noch. Die Ruhe nutzt sie für ein paar Lektionen in ihrem Sprachkurs. Julia arbeitet als Einkäuferin in einem Baustoffhandel und hat täglich Kontakt zu Lieferanten aus Norwegen – Norwegisch zu lernen, hat sie sich schon lange vorgenommen. In der Elternzeit findet sie endlich die Zeit dafür. Ich kenne dieses Gefühl aus meinen eigenen sieben Monaten Elternzeit pro Kind: Die ruhigen Phasen, in denen das Baby schläft, lassen sich erstaunlich gut für etwas Eigenes nutzen.

Ist eine Weiterbildung während Elternzeit und Mutterschutz erlaubt?

Grundsätzlich ja. Eine Weiterbildung – sei es ein Sprachkurs, ein Online-Studium oder ein Zertifikatslehrgang – ist keine Erwerbsarbeit, sondern zählt zu deiner freien Zeit. Du darfst dich also so intensiv weiterbilden, wie du magst, ohne dass das Elterngeld oder die Elternzeit berührt wird.

Eine konkrete Grenze gibt es nur bei bezahlter Tätigkeit: In der Elternzeit sind bis zu 32 Wochenstunden Arbeit erlaubt (für Kinder, die ab dem 1. September 2021 geboren wurden; davor 30 Stunden). Möchtest du beim eigenen Arbeitgeber in Teilzeit arbeiten, ist dessen Zustimmung nötig – fürs reine Lernen oder einen privaten Kurs hingegen nicht. Auch während des Mutterschutzes darfst du dich weiterbilden; hier solltest du nur auf deine Erholung achten und nichts erzwingen. Die offiziellen Rahmenbedingungen findest du beim Familienportal des Bundes.

Welche Weiterbildung eignet sich in der Elternzeit?

Nicht jede Weiterbildung passt zum Familienalltag mit Baby. Planbar feste Präsenztermine sind schwierig – flexible, ortsunabhängige Formate dagegen ideal:

  • Online-Sprachkurse – die günstigste und flexibelste Variante, weil du in 15–20-Minuten-Häppchen lernen kannst, wann das Baby schläft.
  • Online-Studium oder Fernkurse – für eine umfassendere Qualifikation, oft mit anerkanntem Zertifikat oder Abschluss.
  • Zertifikats- und Fortbildungskurse – um vorhandene Kenntnisse aufzufrischen oder dich zu spezialisieren.
  • Umschulung – wenn du den beruflichen Neustart planst. Das ist ein größeres Thema mit eigenen Förder- und Versicherungsregeln, das du gesondert angehen solltest.

Wer nicht gleich eine neue Sprache erlernen will, kann auch einfach bestehende Sprachkenntnisse auffrischen. Und das Beste: Dank Onlinekursen klappt das sogar, wenn du die Elternzeit für eine längere Reise nutzt. Wie du nebenbei den Kopf fit hältst, liest du in unseren Tipps, fit im Kopf zu bleiben.

Was kostet eine Weiterbildung – und wer fördert sie?

Gerade als Angestellte:r in einem kleinen Unternehmen, das keine Weiterbildung anbietet, trägst du die Kosten oft selbst. Es gibt aber mehrere Förderwege, die auch in der Elternzeit offenstehen:

  • Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters – übernimmt unter Umständen die kompletten Kosten einer beruflichen Weiterbildung oder Umschulung, inklusive Fahrt- und teils Kinderbetreuungskosten. Besonders nach längeren Berufspausen eine Option.
  • Aufstiegs-BAföG – für Aufstiegsfortbildungen (z. B. Meister, Fachwirt): bis zu 18.000 € für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren, ein großer Teil davon als Zuschuss. Steht auch während der Elternzeit offen.
  • Qualifizierungschancengesetz – wenn dein Job vom technologischen Wandel betroffen ist; den Antrag stellt allerdings der Arbeitgeber.
  • Länder-Programme wie Bildungsschecks oder Bildungsprämien – je nach Bundesland unterschiedlich.

Weil sich Förderhöhen und Bedingungen regelmäßig ändern, lohnt sich vor der Buchung ein kurzes Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit. Günstige Selbstzahler-Kurse gibt es online bereits ab knapp 30 €.

Elternteil mit Baby auf dem Arm schaut zuversichtlich auf ein Tablet

Wie bin ich während der Weiterbildung versichert?

Für eine klassische Weiterbildung neben der Elternzeit ändert sich an deinem Versicherungsstatus in der Regel nichts: Du bleibst so krankenversichert wie bisher – etwa über die Familienversicherung oder deine bestehende Mitgliedschaft. Anders kann es bei einer umfangreichen Umschulung oder einem Vollzeit-Studium aussehen. In dem Fall klärst du deinen Status am besten direkt mit deiner Krankenkasse. (Die rechtlichen und finanziellen Angaben hier sind sorgfältig recherchiert, ersetzen aber keine individuelle Beratung.)

Sprachen lernen – die flexibelste Weiterbildung für Eltern

Aus eigener Erfahrung ist ein Online-Sprachkurs für Eltern mit kleinen Kindern fast unschlagbar: Du lernst dann, wenn es gerade passt, brauchst keine festen Kurstermine und kommst schon mit kurzen täglichen Einheiten voran. Ein Anbieter, mit dem viele Eltern gute Erfahrungen machen, ist Sprachenlernen24 – mit über 80 Sprachen vom Anfänger- bis zum Businesskurs und Kursen ab rund 30 €.

Praktisch finde ich vor allem den strukturierten Aufbau und die kurzen Tagesaufgaben, die sich gut in den Familienalltag einbauen lassen. Wenn du dir die Kurse selbst ansehen möchtest:

Hier gelangst du zu Sprachenlernen24 und erhältst weitere Informationen zu den Sprachkursen*

Fazit: Die Elternzeit als Chance nutzen

Deine Elternzeit muss kein Karrierehindernis sein – im Gegenteil. Wer die ruhigen Momente nutzt, um sich geistig zu fordern, kehrt selbstbewusster und besser qualifiziert in den Beruf zurück. Ob neue Sprache, Fortbildung oder Umschulung: Mit etwas Planung und dem passenden Förderweg wird aus der Babypause ein echter Schritt nach vorn. Und wenn du nebenbei noch etwas dazuverdienen möchtest, schau in unsere Ideen für ein Zusatzeinkommen während der Elternzeit.

Über den Autor

Christiano Mancini ist Vater von zwei Kindern und schreibt seit 2014 auf Krabbeldecken-ABC.de aus dem echten Familienalltag. Er war je sieben Monate pro Kind in Elternzeit und weiß, wie wertvoll – und knapp – die ruhigen Momente mit Baby sind. Die rechtlichen und finanziellen Angaben in diesem Beitrag hat er sorgfältig recherchiert und mit offiziellen Quellen abgeglichen. Mehr über ihn erfährst du auf der Über-mich-Seite oder auf Pinterest.